Kleine Geschichte von Kirchgellersen
 
  Älteste Spuren der ersten Besiedlung Kirchgellersens stammen aus einem Grabhügel nördlich der Straße von Kirchgellersen nach Heiligenthal. Es handelt sich um ein sog. Spannmesser aus Flint der Jungsteinzeit. Erweiterungen der Grabanlage stammen aus der frühen bis mittleren Bronzezeit (um 1.200 v.Chr.).  
Die erste schriftliche Überlieferung des Ortsnamens entstammt einer Verdener Urkunde von 1117. Auch, wenn das genannten „Gelderdessen“ nicht zweifelsfrei lokalisiert werden kann, ist aufgrund der geografischen Lage anzunehmen, dass Kirchgellersen als Kernort der Gellersen-Dörfer diese besondere Bedeutung zukam. Eine Anlage von 7 Vollhöfen darf vorausgesetzt werden. Der Name „Gellersen“ in seiner Gesamtheit ist zu deuten als Siedlung eines Mannes um 500 bis 800 n.Chr., dessen Name am sichersten „Geldher“ o.ä. gelautet haben wird.
Der ausgebildete Ortsname „Kercgelderdessen“ wird in einer Urkunde des Benediktinerinnenklosters Lüne 1263 erstmals erwähnt. Wenig später am 22. November 1313 wurde in Kirchgellersen ein Prämonstratenserkloster, als Schenkung des Ritters Lippold von Dhoren, gegründet, das schon 3 Jahre später nach „Sibelincheborstolde“ (später in sancta vallis=Heiligenthal umbenannt) übersiedelte. Die St. Laurentius Kirche bestand zu diesem Zeitpunkt bereits und wurde personell von Brüdern des Klosters betreut. Es handelte sich allerdings lediglich um einen einfachen Fachwerkbau mit Strohdoch und ohne Glockenturm. Erster nachweisbarer Pastor war Paul Köster von 1555 – 1584. Die Kirchenchronik wurde 1636 angelegt. Der Glockenturm des heutigen Gebäudes wurde 1904 errichtet. Die 4 Ziffernblätter der Turmuhr hatte Baron von Schnellenberg gestiftet.
Die Kirchgellerser Schule wurde 1562/63 als Kaspel (=Kirchspiel)schule errichtet. Erster namentlich genannter Lehrer war Cord Berkentin, der gleichzeitig auch Küster, Arzt und Gastwirt in der Gemeinde war. Sein Sohn Peter kaufte 1637 für 26 Thaler das alte „Vickenhaus“ (gehörte zum Hof Nr. 6) um dieses als Schulgebäude zu nutzen. Nach einem Umzug 1643 fand die Schule 1835 am Standort der heutigen Zweigstelle der Sparkasse seine zwischenzeitliche Heimat. Die Kirchgellerser Schulchronik wurde 1875 begonnen.
Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Kirchgellersen wurde, nachdem bereits 1880 eine Feuerspritze angeschafft worden war, 1881 gegründet. Erster Feuerwehrhauptmann war Heinrich Schulenburg.
Als erster Sportverein der Gemeinde wurde 1897 der Radfahrverein „Erika“ in Kirchgellersen gegründet, bevor ab 1. August 1912 der MTV „Heideblüte“ Kirchgellersen sich der „körperlichen Ertüchtigung“ der Gemeinde widmete. Nachdem der Verein bereits am 10. Juli 1984 mit dem TSV Südergellersen zum SV Gellersen verschmolz, wurde 2003 durch Fussionierung mit dem TSV Westergellersen der TSV Gellersen gschaffen.
Das Freiwillige Schützenkorp Kirchgellersen und Umgebung wurde unter Führung des Vorsitzenden Heinrich Petersen 1921 gegründet. Erster Schützenkönig 1922 war Karl Steinbeck.
Die Einrichtung eines ersten Kruges und damit die „Grundsteinlegung“ des Gasthauses Dierßen datiert von 1650/51, kurz nach Beendigung des 30-jährigen Krieges.
Protokolle der Gemeinderatssitzungen sind von 1900 bis heute erhalten. Demnach erster Gemeindevorsteher war Wilhelm Hövermann (Blankenbur). Das Gemeindewappen mit Darstellung eines Bischofsstabes, der St. Laurentius Kirche und einer goldenen Ähre wurde 1995 vom Landkreis Lüneburg genehmigt. 
Die Geschichte der Gemeinde Kirchgellersen ist sehr ausführlich auch in den Büchern „Kirchgellersen – aus 875 Jahre Dorfgeschichte“ von Dr. P.R. Jante und „Flurnamenbuch der Samtgemeinde Gellersen“ von Rolf Kliemann nachzulesen. Des weiteren steht für alle Fragen der Heimatkunde der Archivar der Samtgemeinde Gellersen, Lutz Tetau und der 1987 gegründete Heimat – und Kulturverein Gellersen, unter Vorsitz von Bruni Bossow, gerne zur Verfügung.
Author Lutz Tetau
 
 Wappen der Gemeinde Kirchgellersen
Wappen der Gemeinde Kirchgellersen
Seit dem 03.11.1994 hat die Gemeinde Kirchgellersen
ein eigenes Wappen. Es trägt die Beschreibung:
"Zweimal gespalten von blau, silber und grün; vorne
rechts ein gewendeter goldener Bischoftstab, in der
Mitte eine dreischiffige rote Kirche im neugotischen
Stil in Vorderansicht mit silbener Tür, silbernen
Fenstern und silberner Uhr, hinten eine aufrecht 
stehende goldene Ähre".
 
 Kirchgellersen Chronik
Chronik der Gemeinde Kirchgellersen
Die Chronik von Kirchgellersen wurde im Jahr 1997 von
Dr. Peter Jante verfasst. In ihr sind Informationen über  
Kirchgellersen enthalten. Die Chronik ist für 12 Euro
im Gemeindebüro oder in der Bücherei zu erwerben
 

   
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